Die Energiepolitik steht an einer Weichenstellung. Öl und Gas werden immer teurer und in den nächsten 20 Jahren knapp. Der Energieverbrauch steigt dramatisch. Es gibt zwei Optionen: Atomkraft und Kohle oder Erneuerbare Energien und Energieeffizienz.
Atomkraft ist teuer, riskant, die Atommüllfrage ungelöst. Ein Umstieg auf Kohle führt in den Klimakollaps.
Eine umweltverträgliche, sichere und auf Dauer leistbare Energieversorgung muss erneuerbar und effizient sein.
Studien belegen, dass die EU bei Nutzung der Effizienzpotentiale - bis 2050 komplett auf Energie aus Sonne, Wind, Biomasse (Holz, Hackschnitzel, Pellets etc.) umsteigen kann. Österreich hat gute Vorraussetzungen hier eine Vorreiterrolle einzunehmen und auch wirtschaftlich zu profitieren. Leider ignoriert die Bundesregierung diese Chancen.
Inhalt:
Der Ölpreis hat sich in fünf Jahren vervierfacht. Das Erreichen des Maximums der Ölförderung (Peak Oil) ist nur mehr eine Frage der Zeit. Danach wird die Ölproduktion sinken. Getrieben durch den Öldurst rasant wachsender Wirtschaftsräume wie China oder Indien wird Öl noch teurer und zunehmend knapper werden. Auch Österreich hängt am Öltropf: Zwei Drittel des Energieverbrauchs werden mit Öl und Gas gedeckt. Die extrem hohe Abhängigkeit von Öl- und Gasimporten und ihren Preisen treibt die Inflation, dämpft die Konjunktur und schwächt die Wirtschaft.
Die Importabhängigkeit der EU bei Erdöl soll laut Prognose der EU-Kommission bis 2020 auf 90% anwachsen.
Neben der Verschärfung des Ressourcenproblems und der Kostenbelastung verursacht die Verbrennung von Erdöl in Autos, Heizkesseln und Kraftwerken horrende Umweltschäden, gefährdet die Gesundheit der Menschen und ist Hauptursache für den Klimawandel. Hochwasserkatastrophen, Hitzeperioden, der dramatische Rückgang der Gletscher und die Zunahme vernichtender Hurrikans sind klare Anzeichen des Klimawandels. Daran besteht kein Zweifel mehr. Die vor allem durch den Straßenverkehr verursachten Schadstoffe Feinstaub und Ozon verursachen EU-weit 300.000 frühzeitige Todesfälle, immer mehr Kinder werden krank.
Die Energiepolitik befindet sich in einer entscheidenden Umbruchsphase.
Der weltweite Energieverbrauch steigt scheinbar unaufhaltsam an. Insbesondere das enorme Wirtschaftswachstum Chinas (mittlerweile weltweit zweitgrößter Erdölimporteur nach den USA) haben zu einem enormen Anstieg der Erdölnachfrage und zu Rekordpreisen bei Erdöl geführt. Zwei Szenarien stehen zur Auswahl:
Szenario 1 würde unvermeidlich zu einem weiteren Anstieg des Energieverbrauchs, der Treibhausgasemissionen und der Luftverschmutzung führen, die Importabhängigkeit erhöhen und die Verknappung und damit Verteuerung fossiler Energieträger weiter beschleunigen. Ein massiver Ausbau der Atomenergie ist auch aufgrund der begrenzten Uranreserven unmöglich.
Szenario 2 ist technisch machbar, bringt positive Impulse für Wirtschaft und Beschäftigung, ist krisensicher, macht unabhängig von teuren Erdölimporten aus Krisenregionen und schützt die Umwelt und das Klima. Bereits heute stehen erprobte Technologien bereit, um den Weltenergiebedarf mit sauberer, umweltschonender Energie zu decken. Aus Biomasse, Windenergie, Sonnenenergie, Erdwärme und Kleinwasserkraft können Strom, Wärme und Treibstoffe nachhaltig und kostengünstig erzeugt werden.
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Auf Grundlage eines einstimmigen Leitantrags am Bundeskongress wurde ein umfassendes Grünes Energiewendeprogramm mit konkreten Maßnahmen erarbeitet. In aktualisierter Form finden sich die wesentlichen Forderungen auch im Update 2008 des Umweltprogramms. Beide Programme finden sich als Download unter www.gruene.at/service/programme
Die Machbarkeit der Grünen Ziele wird auch durch wissenschaftliche Studien belegt, siehe www.gruene.at/umwelt/artikel/lesen/28173.
Energieplan für Österreich
Ökostrom und Energie sparen statt Atomstrom
Intelligentes und klimaschonendes Bus- und Autofahren
100.000 neue Arbeitsplätze
Unser Energieverbrauch ist gigantisch. Im Jahre 2005 betrug der weltweite Energiekonsum beinahe 11.400 Million-Tonnen-Erdöläquivalente. Die Tendenz ist weiter steigend. Entsprechend einer Studie der Internationalen Energie Agentur (IEA) soll der weltweite Energiebedarf bis 2030 um 55 % steigen, vor allen bei Strom und den fossilen Energien. Bei ihrer Verbrennung gelangen Emissionen in die Umwelt, die Klimaveränderungen, Luftverschmutzung und in Folge Krankheiten beim Menschen hervorrufen. Der globale Klimaschutz ist die überragende Herausforderung, die eine Energiewende dringend erforderlich macht. (Siehe Klimaschutz)
Erneuerbare Energien schaffen auch neue Arbeitsplätze und stärken den Wirtschaftsstandort. Alleine in Österreich könnten bis zum Jahr 2020 über 100.000 neue Jobs im Bereich der erneuerbaren Energien geschaffen werden. Zahlreiche österreichische Unternehmen zählen bereits heute zur Weltspitze bei umweltfreundlichen Energietechnologien. Der Ausbau einer starken Ökoenergiewirtschaft in Österreich würde riesige Chancen für den Export umweltfreundlicher Energietechnologien eröffnen. (Siehe Umweltschutz als Wachstumsmotor)
Am solaren, erneuerbaren Energiezeitalter führt letztlich kein Weg vorbei. Wer rechtzeitig einsteigt, wird auf der Gewinnerseite sein. Wer stur auf dem fossil-nuklearen Weg weitergeht, wird verlieren.
Prognose-Daten der Internationaler Energieagentur (World Energy Outlook 2007, Referenzszenario)
Thesen für eine Energiewende Richtung Nachhaltigkeit
Energiewende schafft Arbeitsplätze
Alleine in Österreich könnten bis zum Jahr 2020 über 100.000 neue Jobs im Bereich der erneuerbaren Energien geschaffen werden. Zahlreiche österreichische Unternehmen zählen bereits heute zur Weltspitze bei umweltfreundlichen Energietechnologien. Der Ausbau einer starken Ökoenergiewirtschaft in Österreich würde riesige Chancen für den Export umweltfreundlicher Energietechnologien eröffnen. (Siehe Umweltschutz als Wachstumsmotor)
Verantwortlich für den Inhalt: Dr.in Ruperta Lichtenecke, Abgeordnete zum Nationalrat, Wirtschafts- und Technologiesprecherin und ehem. Umweltsprecherin, DI Andreas Veigl, Umweltreferent des Grünen Klubs im Parlament.