„Das derzeit vorliegende Abkommen ist eine Katastrophe für den Klimaschutz. Das von einigen Regierungschefs ausverhandelte und dem Plenum vorgelegte Ergebnis übertrifft die schlimmsten Befürchtungen. Es ist eine unverbindliche Absichtserklärung ohne Ziele. Damit kann die Klimaerwärmung nicht gestoppt werden. Vollkommen unverständlich ist, wie Bundeskanzler Faymann von einem ‚Schritt vorwärts’ sprechen kann“, stellt Christiane Brunner, Umweltsprecherin der Grünen, die noch in Kopenhagen ist, fest. "Faymann hat offenbar den Ernst der Lage immer noch nicht begriffen und betreibt unerträgliche Schönfärberei."
Das vorgelegte Abkommen der Regierungschefs ist völlig ambitionslos: Zwar ist darin ein Bekenntnis zum 2 Grad-Ziel enthalten, aber keine verbindlichen Reduktionsziele. Sogar das langfristige Ziel von 50% CO2-Einsparung bis 2050, das bis jetzt noch relativ hohe Zustimmung gefunden hatte, ist aus dem Abkommen gestrichen worden. Noch dazu ist das Abkommen nicht rechtlich verbindlich. „Viele hatten große und berechtigte Hoffnungen in diese Konferenz. Dieses Ergebnis ist einfach eine riesengroße Enttäuschung“, so Brunner
Gescheitert ist der Klimagipfel letztlich aufgrund von Uneinigkeiten zwischen den USA und China über das Monitoring bei den Geldern für die Entwicklungsländer. „Aber auch die EU und damit Bundeskanzler Faymann muss Verantwortung für dieses Scheitern übernehmen. Die EU hätte das Reduktionsziel von 30% nicht außer Frage stellen dürfen, sondern hätte voran gehen müssen“, stellt Brunner fest.
Die Regierungschefs handelten so als hätten sie alle Zeit der Welt. Wenn wir aber noch eine Chance haben wollen, den Klimawandel in den Griff zu bekommen, müssen die globalen CO2-Emissionen schon ab 2015 sinken. „Was jetzt auf dem Tisch liegt reicht dafür bei weitem nicht aus. Aufgrund vieler Schlupflöcher liegen die Reduktionsziele zwischen 6 und 14%. Tatsächlich ist eine Reduktion der CO2-Emissionen in den Industrienationen von 40% bis 2020 erforderlich, um den Klimawandel in einem für Menschen verträglichen Ausmaß zu halten“, bekräftigt Brunner.
Eines ist klar: „Jeder Tag, an dem nichts für den Klimaschutz getan wird, ist ein verlorener Tag; jeder Tag, an dem nichts für den Klimaschutz getan wird, bedeutet mehr Erdeerwärmung und Extremwetterereignisse und mehr Opfer des Klimawandels. Es muss daher sofort an einem rechtlich verbindlichen Abkommen weiter gearbeitet werden“, appelliert Brunner.