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28.07.2010 12:58

Brunner fordert Verbot der Haltung von exotischen Tieren in privaten Haushalten

Eine Boa Constrictor ist eben kein Haustier ...

"Die Riesenaufregung um die drei Meter lange Schlange Boa Constrictor und das plötzliche Tätigwerden der Behörden darf nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Kontrollen normalerweise zu lasch sind und es als Kavaliersdelikt gilt, exotische Tiere nicht fach- und artgerecht zu halten. Immer mehr exotische Tiere werden in Zoofachgeschäften, im Internet und auf Tierbörsen angeboten. Viele der gehandelten exotischen "Heimtiere" stammen aus freier Wildbahn. Dieser wildwuchernde Handel verursacht enormes Tierleid. Die Tiere gelangen vom Fang über diverse Zwischenhändler und einen quälenden Transport an die EndabnehmerInnen. Viele Tiere überleben die Strapazen nicht", erklärt unsere Tierschutzsprecherin Christiane Brunner.

Gesundheitszeugnisse oft gefälscht

"Es braucht restriktive Vorgaben für den Import und die Haltung von exotischen Tieren, schärfste Kontrollen, speziell geschulte Einheiten zum Vollzug der Tierschutznormen und Kenntnis darüber, wie und wo Tiere nach Österreich geschmuggelt werden sowie entsprechende Maßnahmen, um das zu unterbinden. Es darf keinen Import von exotischen Tieren ohne Prüfung durch speziell geschulte TierärztInnen geben", fordert Brunner. Die Gesundheitszeugnisse, die oft gefälscht und völlig unzureichend sind, müssen genauestens kontrolliert werden. Wichtig sei auch eine österreichweit einheitliche Vorgangsweise der Vollzugsbehörden, so Brunner.

Leguane aus dem Baumarkt

Eine besorgniserregende Entwicklung sei auch zum Beispiel, dass in österreichischen Baumärkten - wenn sie über die erforderliche Handelsgewerbeberechtigung verfügen - nicht nur Aquarien samt Zubehör, sondern auch Leguane, Geckos oder Vogelspinnen zum Verkauf angeboten werden. Meist widerspreche die Haltung der Exoten einer artgerechten Tierhaltung und es würden nicht einmal die Mindestanforderungen an die Ausstattung sowie an die Betreuung der Tiere erfüllt. Oft seien die Betreuungspersonen nicht geschult und die KundInnen erhalten beim Kauf eines Tieres keine ausreichenden Informationen über Haltung und Pflege oder über allfällige Artenschutzbestimmungen, behördliche Bewilligungs- und Anzeigepflichten.

 




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