Wenn Mittelfriststrategie bei der Post bedeutet, dass mit diesem wichtigen Infrastrukturanbieter gefuhrwerkt werden soll wie mit jeder x-beliebigen Telekom-Firma, die vor allem einmal anständig Cash für die Aktionäre abwerfen soll, dann haben Manager wie Regierung etwas grob missverstanden. Die Post muss mehr als in den letzten Jahren wieder ein Dienstleistungsunternehmen für die ganze Bevölkerung werden, dafür ist mehr Servicequalität ganz entscheidend. Dass die aber nicht besser wird, wenn auf Teufel komm raus bei Personal und Servicestellen gespart wird, um den Aktionären saftigen Profit zu bieten, müssen PostkundInnen zu tausenden jeden Tag erleben.
... wenn sich diese Einsicht nicht umgehend auch beim Post-Management einstellt, muss Postministerin Doris Bures eingreifen", fordern Gabriela Moser, Infrastruktursprecherin der Grünen, und Birgit Schatz, ArbeitnehmerInnensprecherin der Grünen. Schatz: "Auch für den Staat als Hälfteaktionär ist es unterm Strich kein gutes Geschäft, wenn zwar die Dividenden sprudeln, aber dafür tausende Ex-PostlerInnen in der auch für den Staat teuren Arbeitslosigkeit oder Frühpension landen und zudem noch die KundInnen durch zu Tode abgemagerten Service in Scharen verärgert und vertrieben werden." Die Regierung mit der zuständigen SPÖ-Postministerin Bures an der Spitze hat die Post mit dem unseriösen Postmarktgesetz geradezu eingeladen, den Service weiter zurückzunehmen und das Zusperrkonzert der letzten Jahre nicht in Frage zu stellen, erinnern die Grünen. "Die KundInnen und die Motivation der Bediensteten müssen zurück in den Fokus von Management und Post-Politik - alles andere ist keine Mittelfrist-, sondern eine Maxi-Frust-Strategie für Post und PostkundInnen", so Moser und Schatz.