"Die dramatisch gestiegenen Heizölpreise treiben immer mehr Menschen in die Armutsfalle. 110.000 Haushalte heizen noch mit fossil betriebenen Einzelöfen, davon werden ca. 90.000 Öfen mit Heizöl oder Flüssiggas betrieben und ca. 20.000 mit Kohle, Koks oder Briketts. Die meisten dieser Haushalte verfügen über sehr geringe Einkommen, viele werden sich das Heizen im kommenden Winter nicht mehr leisten können", warnen die Grünen.
Karl Öllinger, Sozialsprecher der Grünen, Christoph Chorherr, Energiesprecher der Wiener Grünen, und die NÖ-Landtagsabgeordnete Helga Krismer. Sie haben heute einem Pensionisten in St. Christophen (NÖ) einen von der Firma Rika zur Verfügung gestellten Pelletkaminofen übergeben. Der neue Ofen ersetzt den alten Öl-Einzelofen und senkt die Heizkosten des Pensionisten um mehr als die Hälfte. Die jährliche Heizkostenersparnis beträgt 600 Euro.
Christoph Chorherr, Karl Öllinger und Helga Krismer präsentieren den Pelletofen
Gefördertes Heizungstauschprogramm
"Pelletkaminöfen werden bisher nicht gefördert. Das muss sich ändern", verlangen die Grünen. "Ein gefördertes Heizungstauschprogramm könnte diese Haushalte sozial treffsicher und deutlich entlasten." Konkret verlangen die Grünen eine rasche Förderaktion durch Bund und Länder vor. 20% der Förderkosten sollen aus dem Klima- und Energiefonds des Bundes, 80% aus der Wohnbauförderung der Länder getragen werden. Pelletkaminöfen sollen mit 1.500 Euro, also 50% der Kosten eines Pelletofens gefördert werden.
Da Haushalte mit niedrigen Einkommen kaum Investitionen tätigen können, sollen Bund und Länder die vollen Investitionskosten vorschießen. Die Haushalte zahlen die Investition (abzüglich der Förderung von 1.500 Euro) aus den eingesparten Heizkosten in Raten zurück. Mit 33 Mio. Euro pro Jahr könnten jene 110.000 Haushalte, die mit fossilen Einzelöfen heizen, in den kommenden fünf Jahren auf sparsame, komfortable und saubere Pelletkaminöfen umgestellt werden.
Sozial treffsicher entlasten
"Mit einem Dreißigstel jener Milliarde Euro, die Minister Faymann jährlich für die Senkung der Mehrwertsteuer auf Lebensmittel ausgeben will, könnten dadurch sozial treffsicher sehr viele Menschen deutlich entlastet werden", erklärt Öllinger.
Das Heizungstausch-Programm würde heimischen Unternehmen zugute kommen, da sich in Österreich eine international erfolgreiche Pelletindustrie entwickelt hat. Die Aktion brächte eine Reduktion der CO2-Emissionen um ca. 330.000 Tonnen pro Jahr.
Die Heiz- und Wohnkosten machen bei Haushalten mit weniger als 900 Euro bereits 36% des monatlich verfügbaren Gesamtbudgets aus. Je weiter das Einkommen sinkt, desto höher der Anteil. Jetzt schon können es sich 313.000 Menschen nicht leisten, die Wohnung angemessen warm zu halten. Wenn keine Maßnahmen ergriffen werden, wird diese Zahl im kommenden Winter auf eine halbe Million Menschen ansteigen.