Am 25. April wird in Österreich das neue österreichische Staatsoberhaupt gewählt.
Die FPÖ schickt als Kandidatin Barbara Rosenkranz ins Rennen, anfangs kräftig unterstützt von der Krone und ihrem Herausgeber Hans Dichand. Nach der Bekanntgabe ihrer Kandidatur positiionierte sich Barbara Rosenkranz mit Aussagen wie der folgenden zum NS-Verbotsgesetz im politischen Rechtsaußen:
"Ich bin der Meinung, dass das Verbotsgesetz so wie es ist, also wie auch Juristen darlegen, ausufernd, schwammig, dem Missbrauch Tür und Tor öffnend, nicht im Einklang mit unserer Verfassung, die ja Meinungsfreiheit gewährt, steht."
(Quelle: Zeit im Bild 2, 30.10.2007 Beitrag: "Wochenzeitschrift 'Zur Zeit' feiert 10-Jähriges Bestehen)
1958 in Salzburg geboren, war sie zunächst Hausfrau und 10-fache Mutter. Von 1993 bis 2002 war sie Abgeordnete zum Niederösterreichischen Landtag und 1996-2003 Landesparteiobmann-Stellvertreterin der FPÖ Niederösterreich. 1998-1999 war sie geschäftsführende Klubobfrau des Landtagsklubs der FPÖNiederösterreich und von 2000-2001 Klubobfrau des Landtagsklubs der FPÖ NÖ und von 2006-2008 Obmann-Stellvertreterin des Freiheitlichen Parlamentsklubs. Soweit ihre politische Karriere von Außen betrachtet.
Inhaltlich steht Rosenkranz für erkonservative Familienpolitik ["Die Kernaussage unseres Konzepts lautet: 'Zukunft der Österreicher'"], sie betrachtet den Feminismus als "Irrweg", fährt eine beinharte Ausländerpolitik und hält - siehe oben - wenig vom NS-Verbotsgesetz. Hinsichtlich der Existenz von Gaskammern flüchtet sie sich bis vor kurzem gerne in die Ausrede, sie wisse nur das, was man von 1964 bis 1976 in Österreichs Schulen gelernt habe und verteidigte die Leugnung der Gaskammern durch FPÖ Bundesrat John Gudenus ["Es gab Gaskammern, aber nicht im Dritten Reich. Sondern in Polen."] im Jahr 2006 als "freie Meinungsäußerung". Erst nach massivem öffentlichen Druck hat sie am 18. März 2010 in einer Pressekonferenz widerwillig die Worte über die Lippen gebracht 'selbstverständlich gab es Gaskammern'.

Nazi-Gatte mit braunem Netzwerk Nie distanziert hat sie sich von der Linie ihres Ehemanns und Ex-NPD-Mitgliedes Horst Jakob Rosenkranz. Dieser ist einer der zentralen Player des organisierten Rechtsextre- mismus in Österreich. Er war ein enger Vertrauter des NPD-Chefs Norbert Burger, Proponent der verbotenen Partei "Nein zur Ausländerflut" und fungiert bis heute als Herausgeber der Zeitschrift "Fakten", die ausländerfeindliche Propaganda verbereite und neonazistische Straftäter als "Opfer politischer Verfolgung" sieht.
Dazu ein Kommentar von Hans Rauscher im STANDARD, 2.3.2010:
"Vergessen wir die altgermanischen Vornamen, die Frau Barbara ihren zehn Kindern gegeben hat. Nehmen wir nur zur Kenntnis, dass Frau Rosenkranz die rechtsextremen Aktivitäten ihres Gatten nie öffentlich abgelehnt hat. Um Frau Rosenkranz selbst politisch richtig einzuordnen, genügt es, dass sie die Leugnung des Holocaust (durch ihren FPÖ-Kollegen John Gudenus) als "freie Meinungsäußerung" bezeichnet hat; und dass sie das Gesetz über das Verbot der nationalsozialistischen Wiederbetä-tigung doch eher abgeschafft sehen wollte. Barbara Rosenkranz ist eine von jenen stillen extrem Rechten, die gelernt haben, staatsanwaltsicher zu formulieren. Ihr Hauptthema, die Abwehr fremden Blutes von den Grenzen unserer schönen Heimat, wird ohnehin von vielen Leuten geteilt, die da nicht tiefer blicken (wollen)."
Weitere Informationen, Zitate von Barbara Rosenkranz zu politischen Themen sowie Medienkommentare können Sie hier im PDF-Format herunterladen:
Diskussion Eva Glawischnig und Barbara Rosenkranz @ Puls TV, 17.3.2010