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02.04.2008 12:08

Efgani Dönmez neuer grüner Bundesrat

Efgani Dönmez ist seit gestern Bundesrat der Grünen. Er ist der erste Abgeordnete auf Bundesebene mit Migrationshintergrund.. Bundessprecher Alexander Van der Bellen sprach vom "Beginn einer neuen Selbstverständlichkeit in Österreich".

Zwar seien Mandatare mit Migrationshintergrund in Landtagen (Klubobfrau Maria Vassilakou bzw. Landtagsabgeordnete Alev Korun in Wien) und vielen Gemeinderäten bereits vertreten. Auf Bundesebene sei Dönmez jedoch eine Novität.

Für Dönmez selbst sind zwei Themen wichtig. Eine der wichtigsten gesellschaftlichen Herausforderungen der nächsten Jahre und Generationen wird sein, wie wir mit dem Klimawandel und seinen Auswirkungen umgehen und die Frage wie wir das gesellschaftliche Zusammenleben zwischen den unterschiedlichen Kulturen in Europa, in Österreich und in den jeweiligen Regionen regeln. „Hier möchte ich meinen Beitrag leisten und auch meine politischen Schwerpunkte setzen.“, so Dönmez

Das Thema Klimawandel und seine Auswirkungen wird Dönmez verstärkt im Ausschuss für Wirtschaft und Arbeit thematisieren. Hier gilt es vor allem, das Ökostromgesetz so zu novellieren, dass es eine weitere Steigerung der erneuerbaren Energie fördert und nicht bremst. Weiters wird Dönmez die steigende Anzahl von geringfügig Beschäftigten, Saisonbewilligungen und sonstigen Entwicklungen, welche die Anzahl von „Working poor“ begünstigen thematisieren. „Denn als ehemaliger Arbeiter weiß ich, was es heißt von schwerer Arbeit und wenig Geld leben zu müssen“, so Dönmez.

Das gesellschaftliche Zusammenleben zwischen den unterschiedlichen Kulturen sieht Dönmez als Bereicherung, wenn man den notwenigen Rahmen dafür schafft. Als eines der wichtigsten Handlungsansätze für das Gelingen eines spannungsarmen gesellschaftlichen Zusammenlebens sieht er in der Institution der Schulen. Als Sozialarbeiter, angehender Mediator und Jungpolitiker sieht er hier ein großes Betätigungsfeld und hofft auf Kooperation in den jeweiligen Gremien.

An einem neuen Projekt mit dem Titel „Generationenhaus“, welches in Linz zur Zeit von einer kleinen Bürgergruppe, nach dem Vorbild der deutschen Schmid-Stiftung in Stuttgart, erarbeitet wird, wirkt Dönmez auch mit. „Wir haben in Österreich gute Institutionen - damit meine ich - Altenheime, Kindergärten, Asylwerberheime, Elternkindzentren, usw.…, aber leider sind diese Institutionen nebeneinander und es gibt kaum Berührungspunkte, obwohl hier sehr viel Potenzial für das Gemeinsame schlummert. „Diese brachliegenden Ressourcen müssen erkannt und für alle Beteiligten optimal eingesetzt werden, da stecken wir noch in den Kinderschuhen“, so Dönmez.

„Es ist mir eine Freude und Ehre die Anliegen Oberösterreichs im Bundesrat zu vertreten“ meint Dönmez weiters. „Ein deutlich sichtbares Signal und eine Selbstverständlichkeit ist, dass auch ein türkischstämmiger Abgeordneter seine oberösterreichische Heimat in Wien vertreten kann“, so Dönmez.

Efgani Dönmez und A. Van der Bellen bei der PK

Efgani Dönmez und Alexander Van der Bellen bei der PK

Biografische Daten

Efgani Dönmez, Jahrgang 1976 wurde in der Türkei geboren, aufgewachsen im Salzkammergut, absolvierte nach der Pflichtschule eine Lehre als Gas – Wasser – Zentralheizungstechniker. Die Studienberechtigungsprüfung machte er berufsbegleitend und studierte dann auch berufsbegleitend an der Landesakademie des Landes OÖ Sozialarbeit. In den Sozialbereich kam er durch seinen Zivildienst bei der Volkshilfe, wo er auch seit 1999 tätig ist. Weiters ist er an der Fachhochschule OÖ, Studienrichtung Sozialarbeit als Lektor tätig und studiert an der JKU Konfliktmanagement und Mediation.

Politische Laufbahn

Auf die Grüne Partei wurde Dönmez durch das Engagement von Gunther Trübswasser aufmerksam. Seit 2006 ist Dönmez bei den Grünen Linz im Vorstand tätig. Im Vorstand der Grünen Bildungswerkstatt (GBW), einer Einrichtung der Parteienakademie für politische Fort- und Weiterbildung der Grünen, ist Dönmez seit 2007 tätig.

 




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