Die internationale Unterstützung für die Moscow Gay Pride habe Moskaus Lesben und Schwule vor Schlimmerem bewahrt, ist der Innsbrucker Grüne Gemeinderat Gebi Mair überzeugt.
Am vergangenen Wochenende war der Versuch einer lesbischwulen Demonstration in Moskau von der Polizei unter Einsatz von Gewalt unterbunden worden.
„Am Samstag wurde in einer Konferenz über die Situation von Lesben und Schwulen in Russland gesprochen. Dabei waren sich alle TeilnehmerInnen einig, dass die Rechte von Homosexuellen als Teil des Kampfes für alle Menschenrechte und gegen Xenophobie in Russland gesehen werden müssen“ berichtet Mair, der selbst ein Referat auf der Konferenz gehalten hatte.
„Für Sonntag war die Parade geplant, die vom Moskauer Bürgermeister Yuri Lushkov jedoch verboten worden war, mit der Begründung es handle sich dabei um eine satanische Veranstaltung. Unser Plan war deshalb, dem Bürgermeister eine Resolution zu übergeben, die das Recht auf Versammlungsfreiheit einfordert. Unterschrieben ist diese Resolution von vielen Abgeordneten des Europäischen Parlaments aus unterschiedlichen Fraktionen“, berichtet Mair.
Doch so weit sollte es nicht kommen. Der Versuch, die Resolution zu überreichen wurde von der Polizei unterbunden. Gleichzeitig sah die Polizei zu, wie es zu gewalttätigen Übergriffen von Nationalisten und Orthodoxen gegen Lesben und Schwule kam. Dass die Schläger vom Kreml bestellt waren, darin waren sich die russischen AktivistInnen einig.
Marco Cappato (ital. EU-Abgeordneter) wird verhaftet
Die Spezialeinheit „OMON“ der russischen Polizei nahm schließlich den deutschen Grünen Bundestagsabgeordneten Volker Beck ebenso fest wie den italienischen EU-Abgeordneten Marco Cappato und den Organisator der Moscow Pride, Nikolai Alekseev. Alekseev wurde über Nach festgehalten und am Montag dem Richter vorgeführt.
Mair: „Der internationale Druck, der von den ausländischen Gästen über die Botschaften ausgeübt werden konnte und die Zeugenaussagen der internationalen TeilnehmerInnen vor Gericht führten dazu, dass Nikolai Alekseev vorläufig frei-
gelassen wurde. Das Gericht verzichtete auf die Möglichkeit, ihn weitere 15 Tage festzuhalten und setzte einen neuen Verhandlungstermin fest.“