„Bei der Bestellung der neuen Leitung der Bundesanstalt für Bergbauerfragen wurde der nachweislich mit Abstand qualifizierteste Bewerber und interimistische Leiter Thomas Dax kalt übergangen. Unter dem Vorwand, es sei eine gleich qualifizierte Frau gefunden worden, will Berlakovich nun eines der letzten kritischen Institute bezwingen und mundtot machen. Das ist nichts anderes als eine parteipolitisch motivierte Farce und ein Affront all jenen gegenüber, die in diesem Ressort gute und qualifizierte Arbeit leisten“, kritisiert der Landwirtschaftssprecher der Grünen Wolfgang Pirklhuber. Wer daran zweifle, dass hier schwer gepackelt wurde, sollte sich im Internet umsehen und die wissenschaftlichen Publikationen der beiden angeblich „gleich qualifizierten“ BewerberInnen Dax und Ehlers vergleichen. „Berlakovich verhöhnt mit dieser Fehlentscheidung das Anliegen der Gleichbehandlung und stellt seine eigene Leitungskompetenz in Frage. Er ist der Empfehlung eines unqualifizierten politisch-motivierten Gremiums gefolgt und hatte nicht die Größe, diese Fehlentscheidung noch mal von unabhängigen und kompetenten WissenschaftlerInnen überprüfen zu lassen“, so Pirkhuber.
Berlakovich beweist Führungsschwäche
Pirklhuber erinnert daran, dass namhafte WissenschaftlerInnen und UniversitätsprofessorInnen wie z.B. Eva Kreisky, Birgit Sauer, Helmut Kramer (Uni Wien), Alt-Rektor Manfried Welan, Markus Hofreither (Uni f. Bodenkultur) u.v.a. (siehe www.bergphoenix.at) sich für eine Neubewertung ausgesprochen und sich mit der Kritik des ehemaligen Leiters Dr. Josef Krammer und der MitarbeiterInnen des Instituts solidarisch erklärt haben. Dass sich nun Landwirtschaftsminister Berlakovich kalt über die Kritik hinwegsetzt ist ein deutliches Zeichen der Führungsschwäche und Kniefall vor den kurzsichtigen Machtspielen des ÖVP-Bauernbundes im Landwirtschaftsressort.
„Nicht die Bergbäuerinnen und Bergbauern hat der Minister hier im Blick sondern augenscheinlich reine Machtlogik und die Schwächung einer innovativen und kritischen Agrarforschungseinrichtung in Österreich“, argumentiert Pirklhuber.
Seit Jahren fordern die Grünen, dass die unerträgliche Männerdominanz, die in allen Politikbereichen im Agrarbereich zutage kommt, beseitigt wird und qualifizierte Frauen in Leitungsfunktionen kommen. Eine bahnbrechende Studie diesbezüglich wurde ja gerade von der Bundesanstalt für Bergbauernfragen vor kurzem veröffentlicht. Nun soll gerade dieses Institut missbraucht werden, um unter dem Deckmantel der Gleichstellung reine ÖVP-Parteipolitik zu betreiben.