„Die Grünen unterstützen die heutige Protestkundgebung vor dem Syngenta-Büro in Wien. Wir sind zutiefst betroffen, dass der Agrarkonzern Syngenta seine Profitinteressen derart brutal durchsetzt, dass sogar Menschenleben auf dem Spiel stehen“, betont der Landwirtschaftssprecher der Grünen Wolfgang Pirklhuber. Anlass für den Protest der Bergbauernvereinigung, ATTAC und Longo mai ist ein Vorfall im brasilianischen Bundesstaat Parana, wo am 21. Oktober 2007 ein Kleinbauer von Syngenta-Milizen getötet und andere Personen schwer verletzt worden sein sollen, weil sie ein Versuchsfeld von Syngenta, auf dem Gentech-Mais und Gentech-Soja produziert werden sollten, besetzt hatten.
Protestkundgebung vor dem Syngenta-Büro in Wien
Entgegen allen Behauptungen der Gentechnikkonzerne könne Gentechnik den Hunger in der Welt nicht bekämpfen, sondern nur verschärfen, so Pirklhuber. „Gentechnisch veränderte Pflanzen der Agrarindustrie schaffen keine Gerechtigkeit, sondern sind Teil des Problems. Eine hoch industrialisierte Landwirtschaft, in der Konzerne wie Syngenta das Monopol auf Saatgut, Spritz- und Düngemittel halten, hilft nicht den Armen, sondern vergrößert ihre Abhängigkeit“, warnt Pirklhuber.
Auf EU-Ebene sind einige Gentechnik-Konstrukte der Firma Syngenta in der Pipeline: Für die Gen-Maiskonstrukte 3272 und MIR 604 wurden bereits Zulassungsanträge gestellt, der Genmais Bt11 droht auch als Saatgut zugelassen zu werden. „Ich fordere die Kommission auf, endlich einen anderen Kurs in der Gentechnikpolitik einzuschlagen und dem Wunsch der Bevölkerung nach Gentechnikfreiheit nachzukommen“, so Pirklhuber.