„Die schlechten Beispiele Wilfried Seipels und Klaus Albrecht Schröders finden offenbar Nachahmerinnen“, sieht der Kultursprecher der Grünen Wolfgang Zinggl seine langjährige Kritik an den Zuständen in den Bundesmuseen bestätigt. „Auch Sabine Haag, Agnes Husslein und Gabriele Zuna-Kratky gebärden sich mittlerweile wie die Renaissancefürstinnen und betrachten die ihnen anvertrauten Sammlungsbestände als ihr Eigentum.“
Das Vorgehen des Belvedere, 74 Kunstwerke ohne vorherige Zustimmung des BDA einfach zu verleihen, erinnere fatal an ähnliche Alleingänge der Albertina unter Schröder. „Dass im Technischen Museum seit Jahren unwahrscheinlich schlampige Zustände hinsichtlich der Inventarisierung herrschen, die Korruption und Diebstahl begünstigen, prangern die Grünen ohnehin seit langem an“, erklärt Zinggl. „Es ist Tatsache, dass aus dem Technischen Museum in den letzen Jahren Objekte verschwunden sind. Ich frage mich in diesem Zusammenhang schon, welche Sicherheitsvorkehrungen es eigentlich dagegen gibt, dass jemand ins Depot des TMW geht, sich ein paar hübsche, nicht inventarisierte Stücke schnappt und diese dann auf dem freien Markt, etwa bei Auktionen, verhökert. Was nicht erfasst ist, wird schließlich auch nicht vermisst.“
„Und dass das KHM allen Ernstes angibt, es werde für die Gesamtinventarisierung noch 15 Jahre brauchen, kann ich eigentlich nur unter der Rubrik Faschingsscherz verbuchen.“
Es sei höchste Zeit, auch die anderen Bundesmuseen diesbezüglich vom Rechnungshof prüfen zu lassen. „Was die Inventarisierung der Bestände betrifft, so steht vermutlich insbesondere der neue Direktor des Naturhistorischen Museums Christian Köberl vor einer wahrhaft herkulischen Aufgabe.“