"Wenn drei Diakone scheinheilig nur 'einmal überprüfen lassen' wollen, inwieweit Karikaturen von Manfred Deix in unserem 'pluralen Staat in Ordnung' sind, dann steckt da mehr dahinter: nämlich der Versuch, unsere kulturellen Freiheiten mit dem Argument der Beleidigung religiöser Gefühle einzuschränken und damit in die finstere Zeit des religiösen Fundamentalismus zurückzukehren. Diesem Versuch muss von einer liberalen Gesellschaft eine klare Absage erteilt werden. Ich fordere den Kardinal und die Bischöfe auf, sich von den drei Diakonen und der Stellungnahme der Erzdiözese Wien klar und deutlich zu distanzieren. Andernfalls muss eine Klarstellung zur 'Herabwürdigung religiöser Lehren' seitens des Gesetzgebers erarbeitet werden", erklärte heute Wolfgang Zinggl, Kultursprecher der Grünen.
Aufgabe der Kunst, insbesondere von Kabarett und Karikatur, kann es durchaus sein, mit Überzeichnung auf Tabus und gesellschaftlich Irrationales hinzuweisen. Dafür wurde im Staatsgrundgesetz der Artikel 17a geschaffen. "Den Diakonen sei ins Gebetbuch geschrieben: Gebt der Kunst, was der Kunst ist und Gott, was Gottes ist."