Viele KonsumentInnen wünschen sich nach sozialen und ethischen Kriterien handelnde Unternehmen. Neben einem guten Preis-Leistungsverhältnis der Produkte sollen Unternehmen die Interessen und Rechte der Arbeitnehmer wahren, Umweltschutzbestimmungen einhalten und auch ihren Zulieferern faire Preise bezahlen. In diesem Zusammenhang fällt immer wieder die Forderung nach Corporate Social Responsibility (CSR).
Für viele KonsumentInnen ist bei einer Kaufentscheidung wesentlich, ob sich ein Unternehmen zu CSR bekennt. Ein "gutes" Unternehmen muss daher auch für den/die Konsumenten/in erkennbar sein. Eine freiwillige Selbstverpflichtung der Unternehmen ist in diesem Zusammenhang nicht ausreichend, es muss klare und transparente Richtlinien für CSR geben, die auch für die zahlreichen Subunternehmer gelten.
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Unternehmen glauben oft, mit einer Einmalaktion wie zB der Errichtung eines Kinderdorfes in einem Entwicklungsland, wäre CSR bereits umgesetzt. Eine solche "Einmalspende" hat aber den Charakter einer Charity-Aktion und nichts mit CSR zu tun. In dieser falschen Vorstellung werden die Unternehmen noch dadurch bestärkt, dass zahlreiche Organisationen Preise für CSR vergeben oder Rankings erstellen, die Kriterien dafür aber nicht einheitlich sind.
CSR muss ganzheitlich, also sozial, ökologisch und langfristig gestaltet sein. Dies betrifft nicht nur das Unternehmen selbst, sondern die gesamte Wertschöpfungskette. Außerdem muss ein Unternehmen, welches sich ernsthaft mit CSR beschäftigt und dies auch umsetzt, für die KonsumentInnen erkennbar sein.
CSR bedeutet eine soziale, ökonomisch und ökologisch nachhaltige, transparente, menschenrechtskonforme und diskriminierungsfreie Unternehmensführung. Unternehmen, die CSR für sich in Anspruch nehmen, haben darauf zu achten, dass sie die CSR-Prinzipien in ihrem gesamten unternehmerischen Handeln verankern und für die gesamte Wertschöpfungskette verbindlich machen.
Die Politik hat dafür zu sorgen, dass für alle Unternehmen die selben Rahmenbedingungen gelten, um auch eine Vergleichbarkeit zu ermöglichen. Es bedarf verpflichtender Standards in den Bereichen Menschenrechte, Umweltschutz und Arbeitnehmerrechte entlang der gesamten Wertschöpfungskette.
Solche CSR-Leitlinien sollten idealerweise unter der Einbeziehung von Stakeholdern wie NGOs, ArbeitnehmerInnenvertretungen oder Gewerkschaften entwickelt werden. Außerdem kann CSR nur dann glaubwürdig sein, wenn es wirkungsvolle Kontrollmechanismen im Hinblick auf die Einhaltung sowie Transparenz seitens der Unternehmen gibt. Eine Überprüfung muss nach unserer Ansicht durch unabhängige Stellen erfolgen.
Damit CSR für die KonsumentInnen erkennbar ist, soll im Zusammenwirken der Stakeholder ein Gütezeichen entwickelt werden, dessen Einhaltung von staatlich anerkannten unabhängigen Prüfstellen überwacht wird.
EU-Kommission: Die Kommission betont vor allem die Freiwilligkeit von CSR. So definierte die Europäische Kommission in ihrem Grünbuch den Begriff wie folgt: „Konzept, das den Unternehmen als Grundlage dient, auf freiwilliger Basis soziale Belange und Umweltbelange in ihre Unternehmenstätigkeit und in die Wechselbeziehungen mit den Stakeholdern zu integrieren.“ CSR bezeichnet demnach ein integriertes Unternehmenskonzept, das alle "sozialen, ökologischen und ökonomischen Beiträge eines Unternehmens zur freiwilligen Übernahme gesellschaftlicher Verantwortung, die über die Einhaltung gesetzlicher Bestimmungen (Compliance) hinausgehen", beinhaltet. Die Definition der Europäischen Kommission nennt als zentrale Punkte für CSR die Wechselbeziehungen mit den Stakeholdern, Freiwilligkeit sowie soziale Belange und Umweltbelange.
respACT: Zentrale Plattform und Ansprechpartner für CSR. Fördernde Mitglieder sind ua die Wirtschaftskammer und die Industriellenvereinigung. Der Verein unterstützt die Mitgliedsunternehmen dabei, ökologische und soziale Ziele ökonomisch und eigenverantwortlich zu erreichen. CSR wird als Managementprinzip mit dem Wertesystem der Nachhaltigen Entwicklung gesehen.
Netzwerk soziale Verantwortung (NeSoVe): Den Verein gibt es seit 2003, er versteht sich als Gegenpol zur Wirtschaftsplattform respACT. Im Gegensatz zu respACT, die ein reines Wirtschaftsleitbild für CSR entwickelt haben, hat das NeSoVe den Dialog mit Stakeholdern gesucht und Gewerkschaften, Betriebsräte und NGOs bei der Umsetzung miteinbezogen und einen ganzheitlichen Ansatz für CSR entwickelt. Das NeSoVe unterstützt und begleitet das Monitoring von CSR-Aktivitäten von Unternehmen und versteht sich als Informations- und Kommunikationsdrehscheibe.
Verantwortlich für den Inhalt: Bettina Hradecsni, ehem. Grüne KonsumentInnenschutzsprecherin und ehem. Abgeordnete zum Nationalrat, Mag.a Claudia Fessler, Justizreferentin des Grünen Klubs im Parlament