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Bild: Kindergartenschlamassel


Maria Vassilakou

Maria Vassilakou, Klubobfrau der Wiener Grünen



Daniela Musiol, Familiensprecherin

Daniela Musiol, Familiensprecherin




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Nur mehr ein Kindergeld-Modell und Papamonat



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Neue Regelung benachteiligt behinderte Kinder in Wien



Helene Jarmer - 11.01.2012 11:57

ÖSTERREICH IM KINDERGARTENSCHLAMASSEL

"Kindergarten für 5-Jährige halbtags kostenlos" und "mehr Geld für die Kinderbetreuung": was zunächst gut klingt, entpuppt sich bei genauerem Hinsehen jedoch als so manch böse Falle - nicht nur für Eltern und ihre Kinder, sondern auch für KinderpädagogInnen:

Falle Nr. 1: Andere Bundesländer, andere Sitten

Ein Kinderbetreuungsplatz ist in Österreich keine Selbstverständlichkeit, sondern noch immer ein Privileg. Vor allem an Betreuungsplätzen, die mit einer Berufstätigkeit beider Eltern vereinbar sind, besteht eklatanter Mangel.

Die  SPÖ Wien hat es jahrelang verschlafen, genügend Betreuungsplätze für Kinder zu schaffen. Die Einführung von Gratis-Kindergarten und verpflichtendem Kindergartenjahr für 5-Jährige ab Herbst 2010 führt dazu, dass es viel zu wenige Plätze gibt - vor allem für unter 3-Jährige. Für 15.000 Kinder fehlt ein Betreuungsplatz. Die Folge: tausende Kinder stehen auf Wartelisten und Eltern haben Schwierigkeiten Beruf und Familie zu vereinbaren.

Der Kindergarten ist die erste und wichtigste Station auf dem lebensbegleitenden Bildungsweg. Jedes Kind muss daher ein Recht auf einen guten Betreuungsplatz haben!

Der Grüne Ausweg:

  • Massiver Ausbau von Kinderbetreuungsplätzen- ein gesicherter Platz für jedes Kind
  • 2000 neue Betreuungsplätze für unter 3-Jährige pro Jahr
  • 500 Mio Bundeszuschuss für einen weiteren massiven Ausbau an Betreuungsplätzen – vor allem für unter 3-Jährige sowie eine Verbesserung des bestehenden Angebots, sodass Berufstätigkeit für beide Elternteile möglich wird.

Falle Nr. 2: Zu wenig Betreuungsplätze

Die Einführung von Gratis-Kindergarten und verpflichtendem Kindergartenjahr für 5-Jährige ab Herbst 2010 hat die Kinderbetreuungs-Situation in Wien verschlimmert: Pro Raum werden mehr Kinder betreut, statt einer PädagogIn bestreitet eine Helferin den Kinderdienst, Gruppengrößen werden bis aufs äußerste ausgeweitet und aus Bewegungsräumen werden Gruppenräume – Situationen die Eltern und PädagogInnen aus Wiener Einrichtungen schildern.

Es ist dringend notwendig mehr Betreuungsplätze zu schaffen und kostenloses Angebot ist grundsätzlich zu begrüßen. Ein Ausbau darf aber nie zu Lasten der Qualität gehen. Zu viele Kinder in einer Gruppe machen die individuelle Förderung von Kindern unmöglich. PädagogInnen sind angesichts der Arbeitsbedingungen völlig überlastet.

Um mehr Plätze schaffen zu können, braucht es deutlich mehr Mittel. Ansonsten wird die Qualität, d.h. Kinder und PädagogInnen, darunter leiden.

Krippe bzw. Kindergarten sind die ersten und wichtigsten Stationen auf dem lebensbegleitenden Bildungsweg. Qualität muss hier oberste Priorität haben!

Der Grüne Ausweg:

  • Kleinere Gruppen und mehr Personal: 15 Kinder brauchen zwei PädagogInnen
  • Individuelle Förderung für jedes einzelne Kind
  • Qualitätsstandards in Kinderbetreuungseinrichtungen, die vom Bund vorgegeben werden, müssen auch kontrolliert werden. Für Eltern soll auf einen Blick klar ersichtlich sein, ob es sich beim Betreuungsplatz ihres Kindes um qualitätsvolle Betreuung handelt.

Falle Nr. 3: Unterbezahlte PädagogInnen

Die SPÖ Wien feiert die Einführung des längst überfälligen Gratis-Kindergartens. Doch von gratis für ALLE Kinder kann keine Rede sein.

Vom kostenlosen Kindergarten profitieren nur Kinder die einen öffentlichen Betreuungsplatz besuchen. Mehr als jedes zweite Kind wird jedoch in privaten Einrichtungen betreut. Hier zahlen Eltern nach wie vor viel Geld für den Besuch von Kindergarten und Krippe. Dies ist zurückzuführen auf eine ungleiche finanzielle Förderung der Stadt Wien von öffentlichen und privaten Kinderbetreuungseinrichtungen.

Der Grüne Ausweg:

  • Gratis muss Gratis sein - für ALLE Kinder
  • Gleichstellung der Förderung von öffentlichen und privaten Betreuungseinrichtungen

Falle Nr.4:  Schlecht bezahltes Personal

KindergartenpädagogInnen werden in Wien nicht nur viel zu schlecht bezahlt. Mangels Vorbereitungsstunden arbeiten sie in ihrer Freizeit und bezahlen Fortbildungen meist selbst. Aufgrund dieser schlechten Rahmenbedingungen braucht es eine Qualitätsoffensive in Aus- und Weiterbildung von PädagogInnen.

Aufzuwerten ist jedoch auch der Beruf der AssistentIn. Es muss gefördert werden, dass gut ausgebildete AssistentInnen auch in der pädagogischen Arbeit mitwirken. Auch ihr Gehalt muss dringend erhöht werden.

Der Grüne Ausweg:

  • Gehaltserhöhung für PädagogInnen und AssistentInnen um 40%
  • Verbesserung der Ausbildung des Personals


Bild: videos.


Interview mit Andie Gabauer



Interview mit Eva Rossmann



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Bild: Fotos.