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15.03.2010 11:48

Missbrauch in Kirche: Grüne für Entschädigung und mehr Prävention

Die Grünen sprechen sich im Zusammenhang mit den jüngst bekanntgewordenen Missbrauchsfällen in der Kirche für eine Entschädigung der Opfer und mehr Prävention an Schulen aus. Justizsprecher Albert Steinhauser forderte am Montag bei einer Pressekonferenz auch eine unabhängige Untersuchungskommission sowie eine Selbstverpflichtung der kirchlichen Verantwortungsträger, bei Missbrauchsfällen Anzeige zu erstatten.

   Man müsse die Opfer in den Mittelpunkt der Diskussion stellen, meinte Steinhauser. Deren Entschädigung sei eine "Frage des politischen Anstands". Deshalb wollen die Grünen die Schaffung eines Opferfonds durch die Kirche - dabei gehe es keineswegs um "Freikaufen", betonte Steinhauser, sondern um Schadenersatz. Die Abwicklung der Zahlungen solle durch eine kirchenunabhängige Kommission erfolgen, die Entschädigung solle weiters unabhängig von Verjährungsfristen geschehen.

Anzeigepflicht durchsetzen


   Außerdem will Steinhauser eine unabhängige Untersuchungskommission, der sämtliche bei der katholischen Kirche befindlichen Hinweise auf bisher vertuschte Missbrauchsfälle übergeben werden. Ein "wichtiges Signal" wäre für die Grünen auch eine Selbstverpflichtung von Verantwortungsträgern der Kirche, bei Missbrauchsfällen Anzeige zu erstatten - eine generelle Anzeigenpflicht hält Steinhauser nach wie vor nicht für sinnvoll. In einem Brief an Kardinal Christoph Schönborn werde er seine Vorschläge jedenfalls unterbreiten und um Stellungnahme ersuchen.

   Sollte die Kirche keine entsprechende Initiative setzen, müsse man prüfen, wie man sie gesetzlich zu derartigen Maßnahmen verpflichten könne. Die politische Debatte auf dem Niveau von chemischer Kastration und öffentlichen Sexualstraftäterregistern hält Steinhauser für verfehlt. Über Verjährungsfristen müsse man diskutieren, allerdings mit Experten wie Psychotherapeuten - was am Ende der Diskussion stehe, wolle er nicht vorwegnehmen.

   Einen Schwerpunkt setzen möchte Steinhauser bei der Prävention: Ein verpflichtender Präventionsunterricht durch externe Profis an Volksschulen und in der Unterstufe beziehungsweise in der Hauptschule soll Kindern zeigen, wo Missbrauch beginnt und wie sie damit umgehen können. Eltern und Lehrer müssten geschult werden, wie sie entsprechende Symptome erkennen und wie sie darauf reagieren können. Die Kosten dafür würden etwa 350 Euro pro Klasse betragen.




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