2008 wurde die Gemeinde Großschönau im Waldviertel und der Sonnenplatz mit dem Energieeffizienz-Preis beim Wettbewerb als „Klimaschutzgemeinde 2008“ in der Kategorie Energieeffizienz ausgezeichnet. Damit zeichnet der Verbund, der österreichische Gemeindebund und das Lebensmittelministerium jährlich Österreichs klimafreundlichste Gemeinden aus. Das Projekt „Sonnenplatz Großschönau“ steht für das 1. Passivhausdorf zum Probewohnen mit Kompetenzzentrum für Bauen und Energie der Zukunft. Es wurde in drei Schritten ganzheitlich durchdacht: ein ökologisches Siedlungsentwicklungskonzept als Basis, Passivhäuser zum Probewohnen als Schwerpunktthema und ein Forschungs- und Kompetenzzentrum für Bauen, Sanieren und Energie als Herzstück und verbindendes Element einer ganzen Siedlung. Jeder kann dort die Vorteile, die Funktionstüchtigkeit und Behaglichkeit eines Passivhauses selbst erleben, wenn er will gleich mehrere Tage lang. Es stehen fünf Passivhäuser (75 m2 bis 150m2) in unterschiedlicher Ausführung (Holz-, Massiv- und Mischbauweise), Architektur und Technik zur Verfügung. Gegründet wurde der Sonnenplatz Großschönau im Jahr 2001 durch die Projektinitiatoren OSR Josef Bruckner und Bürgermeister Martin Bruckner. Es beschäftigt sich mit der Verbreitung des energieeffizienten und nachhaltigen Bauens und Sanierens. Bereits 1986 veranstaltete Großschönau die erste Bio-Energiemesse (BIOEM) und war damit ein Vorreiter im Bereich Energieeffizienz. 2007 wurde dann das erste Europäische Passivhausdorf zum Probewohnen eröffnet. Über die Jahre hinweg entstehen in der Nachbarschaft immer wieder neue Passivhäuser, wodurch immer Gebäude auf dem neuesten Stand der Technik getestet werden können und kontinuierlich ein einzigartiger neuer Ortsteil entsteht. Durch die zahlreichen nachhaltigen Aktivitäten und den Sonnenplatz Großschönau steigt die Attraktivität der gesamten Gemeinde. Die Wirkung des Projekts geht weit über die Region und das Land hinaus. Zur Homepage des Energieprojekts der Gemeine Groß Schönau >>
Güssing ist eine kleine Stadt im Burgenland, die vollkommen energieunabhängig ist von Strom, Wärme und Kraftstoffen von allen Energieversorgern. Das so genannte „Modell Güssing“ ist die Strategie der dezentralen, lokalen Energieerzeugung mit allen vorhandenen erneuerbaren Ressourcen einer Region. Als Maßnahme zur wirtschaftlichen Entwicklung wurde mit Fördergeldern der EU das Europäische Zentrum für erneuerbare Energie Güssing (EEE) gegründet. Das Konzept der unabhängigen und nachhaltigen Energiegewinnung entwickelte die Stadt Anfang der 1990er Jahre. Seitdem wurden zusätzlich 1.000 neue Arbeitsplätze geschaffen und mehr als 50 neue Firmen haben sich in Güssing angesiedelt. Durch erneuerbare Energien auf Basis von Strom, Wärme, Holzvergasung und Biokraftstoffen konnte in den vergangenen Jahren Energie im Wert von 20 Mio. Euro selbst hergestellt werden. Die CO2-Emissionen konnten von 35.000 Tonnen im Jahr 1995 auf 5.000 Tonnen im Jahr 2007 reduziert werden. Bis 2010 will man die Energieautarkie der Stadt Güssing auf den gesamten Bezirk Güssing ausweiten. Innerhalb von 15 Jahren entwickelte sich Güssing von einer der ärmsten Regionen Österreichs zu einer mit hohem Lebensstandard und großer Lebensqualität. Das Modell Güssing ist also ein Erfolgsmodell, das international als Energie- bzw. Biomassenzentrum anerkannt ist. Die Philosophie und das System sind auf jeden beliebigen Ort der Welt verpflanzbar, man muss die jeweiligen Ressourcen vor Ort nutzen und nachhaltige Technologien einsetzen. Im vergangenen Jahr wurde Güssing der Titel „Klimaschutzgemeinde 2008“ in der Kategorie erneuerbare Energie verliehen. Zur Homepage des Energieprojekts Güssing >>
Die oberösterreichische Gemeinde Munderfing wurde im letzten Jahr mit der Auszeichnung „Klimaschutzgemeinde 2008“ im Bereich Bewusstseinsbildung ausgezeichnet. 2004 fasste der Gemeinderat von Munderfing den Beschluss, den gesamten Energieverbrauch aller Haushalte, landwirtschaftlichen und gewerblichen Betriebe und der kommunalen Einrichtungen in 30 Jahren mit erneuerbaren Energieträgern zu decken und mit größtem Augenmerk auf deren effizienten Einsatz zu achten. Die Energiewerkstatt GmbH in Munderfing wurde mit der Konzepterstellung beauftragt. Um den effizienten Umstieg auf 100 % erneuerbarer Energie erreichen zu können, wurde mit Bürgerinnen und Bürgern gemeinsam ein Energiekonzept ausgearbeitet, dass von Gemeinderat einstimmig beschlossen. Es enthält für die ersten fünf Jahre, also bis 2010, für jedes Quartal detaillierte Maßnahmen. Diese betreffen sowohl Energieeffizienz und den Umstieg auf erneuerbare Energieträger als auch die begleitende Öffentlichkeitsarbeit. Die Ziele sind bis 2035 formuliert. Ein wichtiger Teil des Energiekonzeptes ist die Energieeinsparung. Dazu wurden viele Info-Veranstaltungen zu Themen wie "Isolierung der obersten Geschoßdecke", "Kesseltausch", "Solar- und Photovoltaik-Tage", "Strom sparende Elektro-Geräte", "Aktion Energiesparlampen", etc. durchgeführt.
Wichtiger Bestandteil ist die Motivation und Beteiligung der GemeindebürgerInnen. Treibende Kraft ist die "Energiegruppe", in der sich Vertreter sämtlicher Munderfinger Branchen vereinen. Baumeister, Banken, Dachdecker, Elektriker, Installateure, Landwirte, Lehrer und Tüftler, arbeiten gemeinsam an einer klimafreundlichen Energiezukunft. Der Energiebaukasten Munderfing war für das Land Oberösterreich Anlass, das Projekt EGEM (Energiegemeinden) einzuführen. Inzwischen haben bereits viele Gemeinden in Oberösterreich davon Gebrauch gemacht und auch für ihre Gemeinden ein Energiekonzept erstellt. Im Mai dieses Jahres wurde der Energiebaukasten auch vom Land Niederösterreich übernommen und soll im Zuge der Dorferneuerung umgesetzt werden. Zur Homepage des Energieprojekts der Gemeinde Munderfing >>