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22.04.2010 13:28

Verharmlosungs-PR von BMVIT&Co bei Gesundheitsfragen zum Mobilfunk

"Der Mehrwert der alljährlichen Verharmlosungs-Staatsaktion von BMVIT und WBF (Wissenschaftlicher Beirat Funk) zum Thema Mobilfunk und Gesundheit wird immer geringer. Auf tendenziöse und verharmlosende Präsentation der bei genauerer Ansicht gar nicht so eindeutigen Aussagen des Beirats ist Verlass. Unter Techniker-Leitung wird bei Gesundheitsfragen über Studien von Medizinern geurteilt, und garniert wird das von groben Falschaussagen z.B. zum Grenzwertthema und absurden Vergleichen. Derlei trägt aber nichts zur Lösung der offenen Fragen bei, sondern unterstreicht nur, wie fragwürdig das BMVIT mit Hilfe des WBF mit dem sehr ernsten Thema möglicher gravierender Gesundheitsgefahren umgeht. Dass von offizieller Seite so getan wird, als wären BürgerInnen für das verantwortlich, was das Ressort verabsäumt, setzt diesem unhaltbaren Zustand noch die Krone auf", kritisiert Gabriela Moser, Infrastruktursprecherin der Grünen.

"Nach wie vor liegt - wie dem BMVIT bekannt sein sollte - anders als heute wieder behauptet kein 'gültiger Grenzwert' beim Mobilfunk vor, weil entgegen der Ankündigung von SPÖ und ÖVP im Regierungsprogramm dem Gesetzgeber keinerlei Grenzwertvorschlag vorgelegt wurde. Unverbindliche Vornormen können dies nicht ersetzen - die Regierung ist hier gegenüber der Bevölkerung und gegenüber der EU säumig, auch wenn dies beharrlich in Abrede gestellt wird. 'Grenzwerte' je nach Tagesbedarf mögen für die Behörde und die angeblich beaufsichtigte Branche bequem sein, sind aber für die Bürgerinnen und Bürger eher eine Frotzelei", unterstreicht Moser. Zu betonen ist, dass vom auch heute wieder suggerierten Persilschein für den Mobilfunk keine Rede sein kann. Der Beirats-Bericht hält zum Thema Krebsrisiko selbst fest, dass "keine eindeutige Aussage über Gefährlichkeit oder Ungefährlichkeit einer Exposition gegenüber Mobiltelefonie in Bezug auf das Risiko für Hirntumore, Leukämie, Alzheimer und Brustkrebs" möglich sei, es liegen auch neue Hinweise auf Beeinträchtigung menschlicher Spermien durch Strahlung, die der von Mobiltelefonen entspricht, vor. Dies mit tendenziöser PR-Arbeit und Verharmlosungs-Sprech der heute wieder gezeigten Art zu verschleiern unterstreicht die dringende Forderung der Grünen, den Wissenschaftlichen Beirat Funk - der durch Jahre von der Mobilfunk-Branche finanziert wurde und daher mitnichten 'absolut unabhängig' war wie heute wieder behauptet - aufzulösen und das hier nicht im Interesse der Menschen eingesetzte Steuergeld zu sparen. Die Federführung bei diesem Thema sollte dringend zum Gesundheitsressort verlagert werden, bei Verkehrsministerin Bures ist der Schutz der Menschen vor möglichen Gesundheitsrisiken des Mobilfunks sichtlich nicht in guten Händen", so Moser.

 




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