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26.01.2012 13:53

Frauenpensionsalter: ÖVP bei Frauenthemen komplett abgehoben

"Völlig abgehoben, nicht zielführend und meilenweit von der Lebens- und Arbeitswelt der Frauen entfernt", kommentiert Judith Schwentner, unsere Frauensprecherin, den aktuellen Vorschlag der ÖVP für eine vorgezogene Anhebung des Frauenpensionsalters.

Ginge es nach der ÖVP, so würden in Zukunft immer mehr ältere Frauen jahrelang beim AMS auf ihren Pensionsanspruch warten müssen. Denn die Arbeitslosigkeit unter den über 50-jährigen Frauen ist in den letzten Monaten massiv gestiegen. Ein geringerer und nicht ein höherer Pensionsanspruch wäre die Folge.

"Frauen, die gerne länger arbeiten möchten, können das auch jetzt schon tun, solange das Unternehmen sie nicht kündigt. Wir brauchen daher Maßnahmen, damit Unternehmen ihre Arbeitnehmerinnen nicht mehr gegen ihren Willen in Pension schicken können", fordert Judith Schwentner. Maßnahmen zur Verringerung der Einkommensunterschiede zwischen Frauen und Männern dürfen nicht erst im Pensionssystem beginnen. Doch gerade bei den Gleichstellungsmaßnahmen in der Arbeitswelt bremst die ÖVP. Sanktionen für Unternehmen, die es mit der Gleichstellung von Frauen und Männer nicht so ernst nehmen, kommen für die ÖVP nicht in Frage.

"Es braucht passende Rahmenbedingungen, damit Frauen länger arbeiten können. Auch ältere Frauen haben Probleme mit der Vereinbarkeit von Beruf und Familie, wenn sie Angehörige betreuen. Vor der Anhebung des Pensionsantrittsalters muss daher das Betreuungsangebote ausgebaut werden", so Judith Schwentner.

Diese Ansicht bestätigt auch der Bericht zum Abbau von Benachteiligungen von Frauen, der vom IHS erstellt und im Herbst im Gleichbehandlungsausschuss des Parlaments diskutiert wurde. "Gesetzesänderungen müssen auf die Lebensplanung der Menschen Rücksicht nehmen. Eine überfallsartige Anhebung des Pensionsantrittsalters ist daher verfassungsrechtlich äußerst bedenklich", so Schwentner.

 

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