Auch Frauen, die immer ihr eigenes Geld verdient haben, werden aufgrund von Arbeitslosigkeit plötzlich von ihrem Partner finanziell abhängig. Denn bei der Berechnung der Notstandshilfe wird das Partnereinkommen angerechnet. Zu der von der Regierung geplanten Änderung bei der Anrechnung des Partnereinkommens bei der Notstandshilfe, nämlich erst ab einem gemeinsamen Einkommen von 1.116 Euro, meint Judith Schwentner, Frauensprecherin der Grünen: "Das ist nur ein kleiner Schritt in die richtige Richtung. Zumindest eine Verdoppelung der Freigrenzen bei der Anrechnung der Notstandshilfe sollte auch in Krisenzeiten umsetzbar sein. Die eigenständige Existenzsicherung von Frauen darf nicht der Budgetknappheit zum Opfer fallen."
Frauen sind stärker armutsgefährdet als Männer. 568.000 Frauen, das sind rund 13 Prozent der Frauen, gelten in Österreich derzeit als von Armut gefährdet. "Immer mehr Frauen verlieren ihr eigenes Einkommen, wenn sie aufgrund der Krise arbeitslos werden. Meist sind die Fixkosten für das Wohnen so hoch, dass der Partner gar nicht in der Lage ist, der Frau Unterhalt zu zahlen. Die Entkoppelung der Notstandshilfe vom Partner-Einkommen kann diese Armutsspirale beenden. Mit einem 'Pakt gegen die Armut' wollen die Grünen konkret aufzeigen, welche Möglichkeiten es gibt, um Armut wirksam zu bekämpfen", so Schwentner.