Schwer hatten Vertreter der Grünen am Mittwoch vor der ÖVP-Parteizentrale in Wien am "ÖVP-Bildungs-Beton" zu arbeiten, um ihn letztendlich zu "sprengen". Aus Sicht der Grünen musste symbolisch ein Betonblock für die Bildungspolitik der ÖVP herhalten, an dem sich der Grüne Bildungssprecher Harald Walser, Familiensprecherin Daniela Musiol und die Klubobfrau der Wiener Grünen Maria Vassilakou mit "Hilti" und Vorschlaghammer zu schaffen machten. "Mit entsprechendem Einsatz ist auch das Unmögliche zu schaffen", sagte Walser.
"Auch das Trio Betonale der ÖVP, Pröll junior (Finanzminister Josef Pröll, Anm.), Pröll senior (NÖ-Landeshauptmann Erwin Pröll, Anm.) und Neugebauer (Beamtengewerkschaftschef Fritz Neugebauer, Anm.) können nicht ewig verhindern, dass es in Österreich bildungsmäßig einen Schritt weitergeht", so Walser.
Schulreform scheitert vor allem an der ÖVP
Die Grünen verweisen auf Umfragen, wonach 64 Prozent der ÖsterreicherInnen der Meinung sind, dass im österreichischen Schulsystem wesentliche Reformen notwendig seien. Dies scheitere aber vor allem an der ÖVP, die alles beim Alten belassen wolle. Darüber hinaus würden "die VP-Landesfürsten mit beachtlicher Frechheit die Macht über alle LehrerInnen fordern", heißt es in den Presseunterlagen.
Die Grünen fordern dagegen eine grundlegende Reform des Bildungssystems mit "Chancengerechtigkeit, Lernfreude und einer Schule, die allen Kindern zu ihrer persönlichen Bestleistung verhilft". Notwendig seien dafür ein verpflichtender mindestens zweijähriger Kindergartenbesuch, auf den ab dem ersten Lebensjahr Rechtsanspruch bestehen sollte. Weiters sind die Grünen für eine gemeinsame Schule bis zum 14. Lebensjahr und bundeseinheitliche Bildungsstandards für Kindergarten und Schule.