"Es ist beschämend, dass einem toten Jugendlichen nun auch noch 'kriminelle Tendenzen' hinten nach geworfen werden", erklärte die Jugendsprecherin der Grünen, Tanja Windbüchler-Souschill zu der nun zu Ende gegangen Gerichtsverhandlung rund um die Vorfälle in einem Kremser Supermarkt. "Auffällig ist, dass als Erklärung für die Tat das angeblich kriminelle Verhalten eines Jugendlichen aus dem Hut gezaubert wird. Die gleiche Argumentationsschleife wie im Sommer ist fahrlässig und dient nicht dem Opferschutz. Gleichzeitig wird in Niederösterreich die Sozialarbeit weiter vernachlässigt", so Windbüchler-Souschill.
Nach dem Vorfall letzten Sommer, bei dem ein Jugendlicher schwer verletzt wurde und sein Freund getötet wurde, kam der Ruf nach einer langfristigen Absicherung der Sozialen Arbeit und einem Jugendzentrum vor Ort in Krems um Jugendliche zu unterstützen und zu begleiten. "Beides wurde von der ÖVP versprochen, doch nichts davon wurde gehalten. Zwar wurde die Landesverfassung zum Schutz von Kindern und Jugendlichen im November 2009 im Namen der Kinderrechte geändert, dies hat aber für die ÖVP anscheinend keine Bedeutung", so die Grüne.
Der Niederösterreichische Landtag hat am 19. November 2009 die Landesverfassung dahingehend umgeändert, dass die UN-Konvention der Rechte von Kindern Teil dieser geworden ist. Im Artikel 4 ist nun festgeschrieben: in Anbetracht, dass Kinder aufgrund ihrer Verletzbarkeit besonderem Schutz und besonderer Fürsorge bedürfen, ihre Anliegen im Sinne der UN-Konvention über die Rechte des Kindes im Wirkungsbereich des Landes besonders zu fördern. "Im Februar 2010 wurde bekannt, dass die versprochene besondere Förderung von Minderjährigen in Niederösterreich bedeutet, dass Soziale Arbeit in Krems finanziell gekürzt wird", so Windbüchler-Souschill.
Die Grüne Jugendsprecherin fordert zum Schutz aller Kinder und Jugendlichen, den Jugendschutz und den Opferschutz ernst zu nehmen und Jugendlichen Hilfestellung gerade über die Soziale Arbeit und psychosozialer Begleitung zukommen zu lassen. "Die Kinderrechte in die NÖ-Landesverfassung zu schreiben, aber nicht allen Kindern und Jugendlichen die selben Möglichkeiten zu gewähren, ist politisch fahrlässig!", so die Grüne Jugendsprecherin aus Niederösterreich abschließend.