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06.12.2006 11:59

Polisario-Menschenrechtsaktivistin Aminatou Hajdar bei den Grünen

Bei einer Veranstaltung am 5.12. berichteten die sahrauische Menschenrechtsaktivistin Aminatou Hajdar und Nadjet Hamdi, Vertreterin der Polisario in Wien, über die prekäre Menschenrechtslage in den durch Marokko seit 1975 völkerrechtswidrig besetzten Gebieten und die bisher gescheiterten Bemühungen der UNO, ein Referendum über die Unabhängigkeit herbeizuführen. Hajdar belegte mit erschütternden Fotos, mit welch brutalen Methoden die marokkanischen Behörden den friedlichen Widerstand der sahrauischen Bevölkerung zu brechen versuchen. Hamdi forderte die EU auf, ihre wirtschaftlichen Interessen nicht ohne Augenmerk auf die Menschenrechte zu verfolgen.

Aminatou Hajdar, Nadjet Hamdi

Aminatou Hajdar, Nadjet Hamdi

NRAbg. Ulrike Lunacek, die selbst 1987 und 1988 kurzfristig im Rahmen eines österreichischen Kindergartenprojektes in den Flüchtlingslagern tätig war, kritisierte die uneinheitliche Haltung der EU und dass vor allem Frankreich einseitig auf Seiten Marokkos stehe und dadurch Fortschritte in Richtung Referendum verhindert würden. Sabine Hahn-Fornet vom Österreichischen Nord-Süd-Institut schilderte die vom ÖNSI seit 1994 durchgeführten Projekte und ging auf das seit 2005 in Aufbau befindliche Archiv ein: "Die eigene Geschichte muss dokumentiert und erhalten bleiben, schliesslich haben vor allem die jungen Leute die Vertreibung aus der Heimat ihrer Eltern im Jahr 1975 nicht mehr erlebt."

Ulrike Lunacek, Sabine Hahn-Fornet (ÖNSI), Aminatou Hajdar, Nadjet Hamdi

Ulrike Lunacek, Sabine Hahn-Fornet (ÖNSI), Aminatou Hajdar, Nadjet Hamdi

Einig waren sich die Diskutantinnen, dass die EU stärkeren Druck auf Marokko in Richtung Einhaltung der UNO-Resolutionen und der Abhaltung einer Volksabstimmung über Unabhängigkeit, Autonomie oder Eingliederung in Marokko ausüben muss.




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